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[PERSÖNLICH] Ja zur Gynefix (Kupferkette), nein zu den Hormonen.

18. Oktober 2015

Mein Blog behandelt nicht nur die Thematik Beauty/Mode, sondern auch das "Leben". Und daher habe ich mich entschieden, meine Erfahrung mit der Gynefix Kupferkette zu teilen. Ein für mich sehr persönliches Thema. 


Erster Schritt: Pille weg.
Angefangen hat alles damit, dass ich nach einer hormonfreien Verhütungsmethode gesucht habe. Die Pille sollte nach 14 Jahren Einnahme abdanken. Wassereinlagerungen & Unausgeglichenheit waren nur zwei der Gründe. Ich wollte endlich den großen Schritt wagen, der mir wegen meiner hormonell bedingten Akne nicht leichtgefallen ist. Denn meine unreine Haut war der Grund für die  langjährige Einnahme der stärksten Anti-Baby-Pillen auf dem Markt (Valette, Juliette). 

Kurz nach dem Absetzen der Pille kam meine Akne mit voller Wucht und schlimmer als je zuvor zurück. Es war eine harte Zeit. Mir hat eine Isotretinoin-Therapie geholfen. Ich fühle mich nach nun 10 1/2 Monaten ohne Pille wie ein neuer Mensch. Ich fühle mich wieder. Ich bin wieder ich. Dieses Gefühl kann man schlecht beschreiben, aber es ist tatsächlich eine "Offenbarung".

Der für mich faszinierendste und überraschendste Effekt war, dass meine Kopfschmerzen nun fast nicht mehr vorhanden sind. Fast täglich haben sie mich über Jahre begleitet. Mal mehr, mal weniger. Sie sind nun quasi nicht mehr vorhanden. 

Das sind meine persönlichen Erfahrungen, vielleicht ist für euch die Pille eine gute Verhütungsmethode. Manche Frauen müssen die Pille aus gesundheitlichen Gründen nehmen, manche brauchen sie um ihre Periode aushalten zu können. Für mich und meinen Körper war sie gefühlt nur eines: Gift.

Gynefix, wieso und was ist das überhaupt?
Aufgrund meiner Isotretinoin-Therapie im Kampf gegen die Akne brauchte ich eine verlässliche & hormonfreie (Pille war ja nun logischerweise keine Option mehr) Verhütungsmethode. Auf die Idee zur Gynefix bin ich durch Karin gekommen. Sie war so hilfsbereit und hat mir etwas über ihre positiven Erfahrungen mit der Gynefix erzählt, weshalb ich mich letztlich dazu entschieden habe. Vielen Dank an dich, es war für mich die perfekte Entscheidung!

Die Wirkweise der Kupferkette ist ähnlich wie die einer Kupferspirale. Allerdings soll sie weniger Nebenwirkungen als diese verursachen. Letztlich ist es auch immer geschmackssache, für welche Methode man sich hier entscheidet. Während eine Kupferspirale fest an der Gebärmutterwand befestigt ist, hängt die Gynefix frei und kann sich sämtlichen Bewegungen anpassen ohne dabei zu stören. Ich hatte auch immer Angst, dass die Kupferspirale verrutscht und ihre Wirksamkeit dadurch verliert. Das kann bei der Gynefix nicht passieren. Der Pearl-Index der Gynefix beträgt übrigens 0,1 - 0,5, was als sehr sicher einzustufen ist. 

Es gibt allerdings ein paar Nachteile. Sie kann mit etwas Pech herausfallen und mit noch mehr Pech in die Bauchhöhle rutschen (das zieht eine OP nach sich). Das sind aber eher seltenere Fälle und mit dem vorherigen Messen (via Ultraschall) der Gebärmutterwand kann das Risiko gemindert werden. Unter 1 cm Gebährmutterwanddicke setzt meine Frauenärztin die Gynefix gar nicht ein.

Entscheidet am Besten nach eurem Bauchgefühl. Das sind tendenziell die besten Enscheidungen. Meine Frauenärztin hätte mir übrigens viel lieber die Kupferspirale gesetzt. Ich wäre damit nicht glücklich geworden.

Das Einsetzen.
Am 3. Februar 2015 um 17 Uhr war es soweit. Ich hatte meinen Termin zum Einsetzen der Gynefix. Leider hatte ich mir am selben Tag durchgelesen, was so an Gruselgeschichten in Internetforen herumgeistert. Großer Fehler! GROßER Fehler. Was habe ich mich vorher verrückt gemacht. Völlig unnötig. Aber Nachher ist man immer schlauer. 

Am Abend vor dem Einsetzen sollte ich zwei Tabletten einführen, die den Muttermund weicher machen sollen, was ich vergessen hatte (Shame on me). Ausserdem setzt meine Frauenärztin die Gynefix am 5 Tag der Periode ein, was aber scheinbar je nach Arzt variiert. Das tut man, weil der Muttermund dann schon automatisch weicher und eine Schwangerschaft quasi sicher ausgeschlossen ist. Als ich dann auf dem Stuhl saß war ich schon sehr aufgeregt, weil ich immer noch die ganzen Horrorgeschichten in meinem Kopf hatte, die einfach nicht weichen wollten. 

Vor dem eigentlichen Einsetzen gab es noch einmal eine Untersuchung mit dem Ultraschall. Und dann ging es auch schon los. Ich will ehrlich sein. Es gab einen Moment, der wirklich böse schmerzte, den kündigte meine Frauenärztin aber an. Dieser starke, wenn auch kurze Schmerz sorgte aber dafür, dass ich nun definitiv eine Spritze zur Betäubung wollte. Diese tat auch noch einmal kurz weh, aber es ist alles aushaltbar. Wobei das Schmerzempfinden der Menschen ja immer stark variiert. Die weitere Prozedur war zwar unangenehm, leicht schmerzhaft, aber auch wieder absolut aushaltbar. Ich habe kein einziges Tränchen vergossen, falls jemandem diese Information helfen sollte. Ausserdem kann die Gynefix 5 Jahre im Körper bleiben!

Die Ärztin hat mir den Faden nur soweit gekürzt, dass ich ihn noch selbst erfühlen kann. Wenn man also Angst hat, dass die Gynefix nicht mehr da ist, kann man es dadurch sehr gut selbst testen. Mich beruhigt so etwas ja.

Ein kleiner Tipp: Nehmt euch bei körperlichen Tätigkeiten den Folgetag frei, noch besser lasst es an einem Freitag machen. Am zweiten Tag nach dem Einsetzen tat nichts mehr weh.

Kosten:
Bei mir in der Praxis 5 Höfe am Odeonsplatz in München ist der Spaß sehr teuer! Mir wurde die Praxis aber empfohlen und mir ist eine gute ärztliche Betreuung wichtig. Daher habe ich mich dazu entschieden, auch wenn es teurer als anfangs besprochen wurde.

Voruntersuchung  mit Chlamydientest (macht ihn!) und Ultraschall  kostet ca. 70 EUR. Circa 130 EUR kostet dann noch die Gynefix, die Ihr euch selbst in einer Apotheke kaufen müsst.
Dazu kamen bei mir die Kosten für das Einsetzen, was eine Spritze und erneute Ultraschalluntersuchung beinhaltete für weitere 350 EUR. Im Anschluss, nach der ersten Periode kommt erneut eine Ultraschalluntersuchung, die wieder 40 EUR kostet. Die Gesamtkosten lagen in meinem Fall also bei 590 EUR.

Es folgt im besten Fall 2 mal pro Jahr eine Ultraschalluntersuchung um zu gewährleisten, dass die Gynefix wirklich dort sitzt, wo sie auch sollte. Ich teste es durch den Faden regelmäßig selbst und gehe sowieso einmal pro Jahr zur Vorsorge, wo dann ein Ultraschallbild gemacht wird.

Bei vielen Praxen ist es deutlich günstiger und oftmals ist eine Nachuntersuchung auch im Preis inbegriffen. Generell lohnt sich die Kupferkette preislich dennoch, wenn man sie die vollen 5 Jahre im Körper belässt.

Ich hoffe mein Beitrag hat euch etwas geholfen, falls Ihr mit dem Gedanken spielt eure Verhütung auf eine hormonfreie Methode umzustellen. Ich kann mir nie wieder vorstellen die Anti-Baby-Pille zu nehmen. Ich fühle mich wie ein neuer Mensch und liebe es. 

Kennt Ihr die Gynefix bereits?
Nehmt Ihr die Pille?


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